Passende Ausbildung oder Studium finden

Wie finde ich die passende Ausbildung?

9. Juli 2019

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Wegen des großen Angebots an unterschiedlichen Ausbildungsberufen und (dualen) Studiengängen hängen Schulabgänger oft in der Luft und fragen sich, wie sie die passende Ausbildung finden. Wo will ich später gerne arbeiten? Bin ich eher der Typ für eine Ausbildung oder doch für ein duales Studium? Wo habe ich gute Chancen, genommen zu werden? Es ist verständlich, falls du dich mit der Beantwortung dieser Fragen überfordert fühlst. Aber es gibt Hilfe: die Bundesagentur für Arbeit unterstützt bei der Frage, wann was gemacht werden sollte, um die Chance auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen. Sie bietet eine Berufsberatung an, die sich an Schüler aller Schularten richtet. Die Berufsberater kommen in die Schule und halten Sprechstunden ab. Du kannst sie aber auch über die Bundesagentur kontaktieren – persönlich vor Ort oder per Telefon 0800 4 555500 (gebührenfrei). Das Gespräch mit dem Berufsberater sollte gut vorbereitet sein, um die Chancen zu erhöhen, danach genau zu wissen, was zu tun ist.

Heinrich Tillmann ist ein solcher Berufsberater bei der Agentur für Arbeit. Und er weiß, worüber sich die Schüler zuallererst im Klaren sein sollten: „Der Berufswahlprozess fängt bei sich selbst an“, betont er. „Der Jugendliche sollte sich erst einmal die Fragen stellen: Was kann ich gut? Wo liegen meine Stärken? Für was interessiere ich mich?“ Alle Berufe von A bis Z durchzugehen, führe nämlich am Ende nur zu Verwirrung. „Dann sieht man schnell den Wald vor lauter Bäumen nicht.“

In einem Beratungsgespräch können dann Berufsbilder, für die du dich interessierst, genauer betrachtet werden. Dabei sollten nicht nur deine Interessen berücksichtigt werden, sondern auch deine Fähigkeiten, konkret: die Schulnoten. Aber auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt spielt bei der Eingrenzung von möglichen Ausbildungsberufen eine Rolle. Was bringt es, sich für eine Ausbildung zu interessieren, für die es am Ende keine Nachfrage auf dem Markt gibt?

Das Angebot der Agentur für Arbeit geht aber noch weiter. Auch bei der Bewerbung wird dir Hilfestellung gegeben. Ein Team unterstützt dich bei der Formulierung des Anschreibens, bei der Verfassung des Lebenslaufs und bei der Auswahl des Fotos. Es ist aber auch möglich, die selbstständig fertiggestellte Bewerbungsmappe  überprüfen zu lassen. Habe ich alles richtig formuliert? Habe ich etwas im Lebenslauf vergessen? Wirkt das Foto vielleicht zu unseriös? Um mit möglichen Arbeitgebern in Kontakt zu treten, eignen sich Jobmessen, die in vielen Städten angeboten werden. „Es gibt auch sogenannte Speed-Datings, bei denen sich Arbeitgeber und Schüler austauschen können“, sagt Tillmann.

Wichtig ist auch der Zeitpunkt der Bewerbung. Grundsätzlich gilt: Je früher du dich über deine Möglichkeiten informierst, desto besser. Denn egal, ob es eine betriebliche Ausbildung oder ein (duales) Studium sein soll – meist gibt es feste Bewerbungsfristen, die du im Blick behalten solltest. Größere Unternehmen schreiben ihre Ausbildungsplätze meist schon eineinhalb Jahre vor dem Beginn des Ausbildungsjahres aus. „Je größer die Firma, desto früher werden die Stellen ausgeschrieben“, sagt Heinrich Tillmann. Auch bei Behörden und Verwaltungen gebe es meist lange Vorlaufzeiten.

Quelle: Westdeutsche Zeitung (24.02.2019): Berater helfen bei der Suche nach der passenden Ausbildung. Unter www.wz.de (abgerufen am 09.07.2019).

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