Personal Trainer

Was macht eigentlich ein Personal Trainer?

15. Februar 2022

Endlich fit werden im neuen Jahr: Bei solchen Zielen kann Personal Trainer Sina Cordsen unterstützen. Im Job-Protokoll erzählt sie, wo sie als Trainerin aber an ihre Grenzen stößt.

Viele Menschen haben in den langen Homeoffice-Phasen während der Pandemie irgendwann gemerkt: „Ich muss mich mehr bewegen!“ Wer beim Erreichen der persönlichen Fitnessziele Unterstützung braucht, bekommt sie zum Beispiel bei Sina Cordsen. Die 32-Jährige ist Inhaberin und Geschäftsführerin ihres eigenen Studios „Die Fitalistin“ in Bremen und im Vorsitz des Bundesverbands Personal Training aktiv. Im Job-Protokoll erzählt sie, welchen Weg sie in die Branche eingeschlagen hat und was Personal Training vom Training im Fitnessstudio unterscheidet. Und sie sagt, warum die Kundenbetreuung gleichzeitig das größte Glück und die größte Herausforderung sein kann.

 

Mein Weg in den Beruf

Nach dem Abitur habe ich mich umgeschaut, welche Berufe es im Bereich Fitness gibt. Da bin ich auf die Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau gestoßen. Bei einem meiner Vorstellungsgespräche wurde ich dann gefragt: „Warum wollen Sie nicht studieren?“ Mir wurde dann das Studium der Fitnessökonomie vorgeschlagen, das ich an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement absolviert habe.

Während des dualen Programms habe ich parallel zu den Lehrveranstaltungen im Fitnessstudio gearbeitet. Zunächst am Tresen, später auch auf der Fläche. Außerdem habe ich nach und nach meine Trainerlizenzen erworben. Nach meinem Bachelor-Abschluss bin ich zunächst noch im Fitnessstudio geblieben und war in der Bereichsleitung tätig. Seit 2013 arbeite ich nun aber als selbstständige Personal Trainerin.

 

Mein Arbeitsalltag

Mein Arbeitstag beginnt zwischen 7 Uhr und 8 Uhr. Dann kommen entweder die ersten Kundinnen und Kunden ins Studio oder ich fahre zu ihnen. Über den Vormittag verteilt habe ich in der Regel zwei bis vier Termine mit verschiedenen Klienten. Das kann drinnen wie draußen sein – je nachdem, welche Trainingsmethoden zum Einsatz kommen und was die Trainingsziele sind.

Um die Mittagszeit habe ich meist eine Pause. Außerdem kümmere ich mich in dieser Zeit um Themen wie die Trainingsplanung, die Auswertung von Ernährungsprotokollen, um die Koordination von Marketingmaßnahmen oder auch die Verbandsarbeit. Am Nachmittag geht es meist etwa um 16 Uhr weiter und ich gebe bis etwa 20.30 Uhr Trainings für meine Kundinnen und Kunden.

 

Ohne was es in dem Job nicht geht

Was einem immer bewusst sein muss: Man arbeitet als Personal Trainer immer dann, wenn andere Leute Freizeit haben. Die meisten trainieren nun mal vor oder nach der Arbeit, daran muss man sich anpassen. Außerdem muss man in erster Linie natürlich an Menschen und der Arbeit mit Menschen interessiert sein. Diese Sozialkompetenz ist enorm wichtig. Es hilft nichts, wenn ich einen super Trainingsplan schreiben kann, das aber nicht vermittelt bekomme.

 

Die schönsten Seiten des Berufs

Mit am schönsten ist es, wenn die Kunden zufrieden und glücklich sind. Ich habe einen sehr durchmischten Kundenkreis, die Jüngste ist derzeit 17, die Älteste 87. Da sind die Anforderungen sehr unterschiedlich. Wenn eine Kundin nach einer Trainingsstunde sagt: Das tat jetzt total gut, ich fühle mich genau richtig belastet – dann ist das sehr zufriedenstellend. Mir wird viel Dankbarkeit entgegengebracht, wenn jemand mit meiner Unterstützung die gesetzten Ziele erreichen kann.

 

Die größten Herausforderungen

Auf der anderen Seite ist es eine Herausforderung, allen Kundinnen und Kunden mit ihren individuellen Wünschen und Vorstellungen gerecht zu werden. Zum Teil ist man die Person, die sagen muss: Das Ziel, in vier Wochen zehn Kilo abzunehmen, ist nicht realistisch. Das ist ein überspitztes Beispiel, aber da muss man schon sehr ehrlich sein können. Oder man muss ganz kritisch nachfragen, wenn sich vielleicht nicht die gewünschten Erfolge einstellen: Hält sich der Kunde wie besprochen an die Ernährung?

 

Diese Missverständnisse begegnen mir immer wieder

Viele denken, dass Personal Training kein richtiger Beruf ist. Genau genommen kann sich auch jeder und jede so nennen, da es sich nicht um eine geschützte Berufsbezeichnung handelt. Man muss also immer nachweisen, dass man weiß, was man da tut. Daneben erlebe ich oft, dass Menschen eine gewisse Scheu oder Respekt davor haben, sich an einen Personal Trainer zu wenden. Viele denken, dass sie dafür nicht fit genug sind. Aber genau das ist ja mein Job: Die Menschen auf dem Weg zu ihrem gewünschten Fitnesslevel zu begleiten.

 

Verdienstmöglichkeiten als Personal Trainer

Laut Bundesverband Personal Training (BVPT) ist die Spanne der Verdienstmöglichkeiten sehr groß. Abhängig ist der Verdienst in diesem Beruf etwa davon, in welcher Region ein Trainer oder eine Trainerin tätig ist und wie viele Mitbewerber es dort gibt. Der BVPT empfiehlt eine Stunde Personal Training nicht unterhalb der Grenze von 95 Euro brutto anzubieten. Dieses Honorar decke bei einem professionellen hauptberuflichen Personal Trainer gerade mal das Notwendige für den täglichen Bedarf. Bei mehr Erfahrung könne der Stundenlohn daher auch deutlich höher bei 150 bis 200 Euro liegen.

 

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