Online Vorstellungsgespräch mit zwei Personen vor dem Laptop und einem jungen Mann, der per Video zugeschaltet ist.

So läuft das Vorstellungsgespräch ab

16. August 2020

Die Bewerbung für die Ausbildungsstelle kam gut an – jetzt steht ein Vorstellungsgespräch im Terminkalender. Die größte Hürde scheint erst einmal genommen. Doch auch im Bewerbungsgespräch müssen sich die Kandidaten noch einmal bestmöglich präsentieren.

Wie überzeugt man am besten im Vorstellungsgespräch? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Doch eine der wichtigsten Tipps gilt für jede Branche: selbstbewusst sein, Offenheit zeigen und sich selbst treu bleiben. Gerade angehende Auszubildende dürfen im Bewerbungsgespräch zugeben, wenn ihnen gewisse Skills noch fehlen. Niemand erwartet, dass ein Kandidat für eine Ausbildungsstelle die gleiche Erfahrung im Umgang mit Kunden hat wie ein ausgelernter Mitarbeiter. Selbstbewusste Ehrlichkeit bringt bei solchen Fragen mehr als lügen. Wer Fähigkeiten vorgibt, die er nicht besitzt, fliegt spätestens in der ersten oder zweiten Arbeitswoche auf.

Eine gute Vorbereitung für das Vorstellungsgespräch ist das A und O. Wichtig ist es, sich mit dem Unternehmen, bei dem man sich beworben hat, zu befassen. Die Homepage der Firma kann dabei eine große Hilfe sein. Viele Unternehmen präsentieren dort ihre Historie, aber auch ihre Produktpalette oder ihre Dienstleistungen und ihre Firmenphilosophie. Darüber hinaus sollte man sich im Klaren sein, dass die Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch nach der Motivation für die Berufswahl fragen. Diese sollte man gut begründen können. Gerade bei Auszubildenden wird im Vorstellungsgespräch eine kleine Selbstpräsentation erwartet, die man gut vorbereiten kann. Sie sollte maximal zwei bis drei Minuten dauern und die fachlichen Stärken des Bewerbers hervorheben. Im Idealfall können Schulabgänger dabei mit praktischen Erfahrungen durch Nebenjobs oder Praktika Punkte sammeln.

Immer auf die Körpersprache achten

Ein weiterer wichtiger Punkt für das Vorstellungsgespräch ist die Körpersprache. Personaler achten häufig auf Mimik und Gestik der Bewerber. Geschulte Beobachter bemerken schnell, wenn ein Kandidat verkrampft ist. Sie wissen jedoch auch, dass gerade junge Menschen, die eine Ausbildungsstelle suchen, bei ihrem ersten Vorstellungsgespräch nervös sein können. Eine gewisse Nervosität kann man auch nicht bewusst abstellen. Man kann sich jedoch bemühen, eine positive Körperhaltung einzunehmen und gewisse Gesten zu vermeiden, die abwehrend wirken – beispielsweise vor der Brust verschränkte Arme (dadurch wird unbewusst eine Barriere geschaffen). Am besten sitzt man aufrecht, hält die Hände locker und sucht vor allem Blickkontakt mit dem Gesprächspartner. Wer Blicken ausweicht, wirkt schnell unsicher.

In vielen Vorstellungsgesprächen für Ausbildungsstellen gibt es typische Standardfragen. Diese werden in zahlreichen Ratgebern behandelt – inklusive passender Antworten. Die kennen allerdings auch die Personalchefs inzwischen auswendig. Wer auf eine Standardfrage eine Standardantwort gibt, macht keinen guten Eindruck. Eine gute Lösung ist es, mit der Antwort immer einen Bezug zu sich selbst oder zum Unternehmen herzustellen. Besonders wichtig ist es, dass man als künftiger Auszubildender Interesse für die Firma signalisiert. Man sollte also immer auch selbst Fragen stellen, diese kann man sich im Vorfeld überlegen und notieren.

Vorbereitung für ein Online-Gespräch

In Zeiten der Corona-Pandemie nutzen Unternehmen oft die Möglichkeit, ein Vorstellungsgespräch online zu führen. Dazu kann es auch dann kommen, wenn der Bewerber sehr weit weg wohnt und gerade für junge Auszubildende, die noch keinen Führerschein haben, eine Anreise sehr aufwendig wäre. Für das Online-Vorstellungsgespräch gelten im Prinzip die gleichen Regeln, wie für das persönliche Bewerbungsgespräch. Es versteht sich von selbst, dass man sich nicht in T-Shirt und Jogginghose vor den Bildschirm setzt. Ein Vorteil der Online-Variante ist sicher, dass man sich in den eigenen vier Wänden wohler fühlt und somit selbstbewusster wirken kann.

Ein großer Nachteil können technische Probleme sein. Deshalb sollte man einige Tage vor dem Online-Vorstellungsgespräch einen Technik-Check machen, um sicherzustellen, dass während des wichtigen Gesprächs nichts schiefgeht. Die Video-Software wie FaceTime oder Skype sollte auf dem neuesten Stand sein. Am besten ist es, das Online-Gespräch an einem stationären Rechner oder einem Laptop zu führen. Wer ein Tablet oder Smartphone nutzt, muss das Gerät im schlechtesten Fall die ganze Zeit in der Hand halten. Das führt zu einer verkrampften Haltung. Selbst wer ein kleines Stativ nutzt, hat mit den mobilen Kameras meist ein schlechteres Bild als bei den Versionen größerer Geräte.

Nicht vergessen: Es ist nicht nur den Gesprächspartner im Bild, sondern auch ein Teil des Raums. Man sollte deshalb darauf achten, in einer seriösen Umgebung zu sitzen. Künftige Auszubildende, die noch zu Hause wohnen, sollten sich wenn möglich ins Arbeitszimmer oder Wohnzimmer der Eltern setzen, anstatt das Gespräch im Jugendzimmer zu führen. Ist dies nicht möglich, sollte man darauf achten, peinliche Privatfotos, Poster und Kuscheltiere aus dem Bild zu entfernen. Man kann stattdessen gezielt dekorieren: Wer zum Beispiel Sportpokale errungen hat, kann diese beim Online-Vorstellungsgespräch dezent im Hintergrund platzieren – sie symbolisieren Ehrgeiz und Aktivität, was je nach ausgeschriebene Stelle von Vorteil sein kann.

Von Julia Klinkusch

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