Schlechte Noten

Schlechte Noten: Worauf Du bei der Bewerbung achten solltest

16. Dezember 2020

Wie wichtig Schulnoten oder auch die Note des Universitätsabschlusses bei der Bewerbung sind, ist unterschiedlich. Zum einen hängt es vom anvisierten Beruf ab, zum anderen auch von der Erklärung. Viele Unternehmen geben Bewerbern trotz schlechter Noten eine Chance.

„Einstein hatte in Mathe auch nur eine Vier“ – dieser Satz wird gern einmal für die Begründung schlechter Noten genutzt. Allerdings beruht er auf einem Irrtum. Im Schweizer Schulsystem Ende des 19. Jahrhunderts war die Notengebung genau andersherum. Die Sechs war die beste Note und die Eins die schlechteste. Dieses Argument zieht also nicht, wenn es um die Schulnoten geht. Schon gar nicht bei Deiner Bewerbung.

Was tun mit schlechten Noten im Abschlusszeugnis?

Für schlechte Noten im Abschlusszeugnis gibt es viele Gründe. Und nicht alle bedeuten, dass Du zu faul zum Lernen warst. Manchmal fehlt einfach der Draht zum Lehrer, manchmal passiert es, dass ein Schüler im Abschlussjahr längere Zeit krank ist. Auch das wirkt sich auf die Schulnoten aus. Nach wie vor ist es so, dass Deine Noten bei der Bewerbung nicht unwichtig sind. Doch nur ein Viertel aller Unternehmen nennt die Schulnoten als wichtigstes Auswahlkriterium bei einer Bewerbung.

Die meisten anderen Firmen nennen persönliche Eigenschaften, soziale Kompetenz, Engagement, Kooperationsbereitschaft und gute Integrationsmöglichkeiten in die Unternehmenskultur als deutlich wichtiger. Es ist nicht unüblich, das Unternehmen jungen Auszubildenden Nachhilfe in relevanten Fächern finanzieren, wenn die anderen Eigenschaften stimmen. Du solltest Dich also auf keinen Fall von schlechten Schulnoten entmutigen lassen. Darüber hinaus ist es auch ein Unterschied, ob Du die schlechten Noten in wichtigen Hauptfächern hast, oder ob Du eine Fünf in Sport oder Kunst hast (Ausnahme: Die entsprechenden Nebenfächer sind relevant für Dein Berufswunsch).

Während man gute und sehr gute Noten bereits im Anschreiben einer Bewerbung erwähnen sollte, lässt Du das bei schlechten Noten besser bleiben. Wenn Du weißt, dass Dein Abschlusszeugnis nicht berauschend ausfallen wird, solltest Du die freie Zeit vor der Bwerbung nutzen und bereits Erfahrungen in Deinem Wunschberuf sammeln. Das geht beispielsweise bei Praktika in den Ferien oder mit Nebenjobs an den Wochenenden. Lasse Dir diese Erfahrungen auf jeden Fall mit einem Praktikumszeugnis oder einer positiven Referenz bescheinigen, die Du Deiner Bewerbung beilegen kannst. So kann das Unternehmen sehen, dass Deine Noten vielleicht nicht die besten sind, Du aber großes Interesse am Beruf mitbringst und Dich bemühst, Erfahrungen zu sammeln.

Deine Bewerbungsmappe solltest Du so strukturieren, dass positive Referenzen und Praktikumsbelege direkt nach Anschreiben und Lebenslauf kommen – die Zeugnisse zum Schluss. Natürlich wird der Personalchef Dein Zeugnis sehen, er hat jedoch vorher bereits durch die Referenzen einen guten Eindruck bekommen.

Wenn schlechte Noten im Bewerbungsgespräch auf den Tisch kommen

Es wird immer Unternehmen geben, die Bewerber unterhalb eines bestimmten Notendurchschnitts gar nicht erst einladen – egal wie gut die Referenzen sind. Lass‘ Dich davon nicht entmutigen. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, dass Du vor Deiner Bewerbung telefonisch mit dem Unternehmen Kontakt aufnimmst, Dich neugierig zeigst und sinnvolle Fragen stellst. Zum Ende des Gespräches kannst Du erwähnen, dass Du zeitnah eine Bewerbung schicken wirst und Dich über ein persönliches Gespräch freuen würdest. Auch dabei ist wieder wichtig, dass Du das Anschreiben und den Lebenslauf nutzt, um Deinen Mehrwert für das Unternehmen und Deine Stärken darzustellen.

Natürlich kann es im Gespräch passieren, dass Deine schlechten Noten angesprochen werden. Überlege Dir vorher sinnvolle Begründungen, die grundsätzlich der Wahrheit entsprechen sollten. Gerade bei Bewerbung für Ausbildungsstellen darf man erwähnen, dass man keinen guten Draht zum Lehrer hatte. Wenn Du natürlich schlechte Noten in sechs verschiedenen Fächern hast, ist das keine gute Begründung – denn das erweckt den Anschein, dass das Problem nicht die Lehrer waren, sondern Du. In solchen Fällen und wenn man (bitte ehrlich zu Dir selbst sein) tatsächlich zu faul zum Lernen war, kannst Du die schlechten Schulnoten im Bewerbungsgespräch auch mit einem kurzen „Ja, da bin ich auch nicht glücklich drüber“ kommentieren und gleich im Anschluss auf Deine positiven Praktikumserfahrungen, Deine soziale Kompetenz und weitere Stärken hinweisen.

Von Julia Klinkusch

Stellenangebot gespeichert

In der unteren rechten Ecke der Seite kannst du jederzeit auf deinen Merkzettel zugreifen.

weitersuchen