Mehr als 100 Unternehmen der Region stellten sich in der Historischen Stadthalle vor, rund 3000 Jugendliche erkundigten sich nach möglichen Ausbildungen, Zugangsvoraussetzungen und Karrierechancen! Die Nachfrage von Unternehmen nach Plätzen auf der Ausbildungsbörse steigt, berichtet Bernd Jung von der Wirtschaftsförderung. „In sechs Wochen waren alle Plätze vergeben“, berichtet er. Bis zu 200 Interessenten gebe es, einigen müsse er absagen. Im kommenden Jahr würden sie daher vielleicht die Fläche des Restaurants Rossini im Untergeschoss dazunehmen.

Banken und Automobilzulieferer warben um Nachwuchs, die Jugendlichen konnten sich bei Feuerwehr und Bundeswehr kundig machen. Bei den Handwerkern konnten die jungen Besucher ihr Geschick testen und mit der Lockenschere Perücken verschönern oder Mauersteine mit Mörtel aufeinander setzen. Am Stand des Hotel- und Gaststättenverbands war ein perfekt gedeckter Tisch zu bewundern und bei den städtischen Alten- und Pflegeheimen war Geschick einer besonderen Art gefragt: Wie lässt sich eine Puppe anziehen, wenn man Handschuhe an hat, die Puppe nur im Spiegel sieht und durch eine Brille nur verschwommen sehen kann?

„Hier kann man erleben, wie es Leuten mit Demenz ergeht“, erläutert Pflegedienstleiterin Birgit Langel. Das Interesse am Beruf Altenpflege sei durchaus da, sagt sie. Und freut sich, dass die meisten Interessenten gut informiert seien. Sie wüssten zum Beispiel, dass künftig Alten- und Krankenpfleger gemeinsam ausgebildet werden.

Krankenpflege könnte auch etwas für Charlotte Keplin (19) sein. Sie hat gerade ihr Abitur gemacht, weiß noch nicht genau, welchen Beruf sie ergreifen will, nur dass es etwas im Gesundheitswesen sein soll. „Ich habe überlegt, als PTA in die Apotheke zu gehen, mich aber auch über Krankenpflege informiert..“

Ihre Freundin Vivien Jung (19) strebt eine Kaufmännische Ausbildung an. Sie sucht eine Lehrstelle zur Industriekauffrau. In Frage kommt auch ein Wirtschaftsstudium. Sie lobt die Ausbildungsbörse: „Gut, dass es das gibt.“ Bisher hat sie sich hauptsächlich im Internet informiert. Für ihre Erkundungstour haben die beiden jungen Frauen ein paar Stunden eingeplant: „Wir sind noch lange nicht durch.“

Die richtige Ausbildung haben Annika Lantermann (20) und Tim Stock (23) schon gefunden. Die angehende Landschaftsgärtnerin und der künftige Fachinformatiker gewannen den Wettbewerb, mit dem Wirtschaftsförderung, Agentur für Arbeit, Jobcenter und Westdeutsche Zeitung zwei #azubiheroes gesucht haben. Die Bewerbungen der beiden, in der sie jeweils sich selbst und ihre Ausbildung vorstellen, überzeugten die Jury als kreativ und sehr authentisch. Auch Oberbürgermeister Andreas Mucke richtete lobende und freundliche Worte an die beiden Azubis und die Messe im Allgemeinen.

Für Annika war es wichtig, draußen arbeiten zu können. Deshalb gefällt ihr ihre Lehre, in der sie auch mit Maschinen arbeitet und mit Kunden Kontakt hat. Sie lobt ihren Ausbildungsbetrieb Leonhards: „Die erklären viel, aber ich darf auch viel selbstständig arbeiten.“

Tim hat schon immer Freunden bei Problemen mit dem Computer geholfen. Nachdem ihm ein Informatik-Studium zu theoretisch war, ist er glücklich mit der praktischen Ausbildung bei der Firma Netzkern. Das Suchen nach Problemlösungen macht ihm Spaß: „Man muss es auch mit Leidenschaft machen“, findet er. Ein Neun-bis-Fünf-Job sei seine Arbeit nicht. Wenn der Kunde kurz vor Dienstschluss ein Problem habe, müsse man eben auch mal länger bleiben.

Was die beiden in ihrem Alltag erleben, gibt es ab Oktober auch auf instagram @azubistartpunkt zu sehen viel Spaß beim Folgen und Danke an alle, die die 28. Ausbildungsbörse in der Historischen Stadthalle wieder so erfolgreich gemacht haben!

Sep 21, 2018