Quallianz will im Städtedreieck die Weiterbildung stärken

21. Januar 2019

Frauen, die nach der Elternzeit wieder in den Beruf einsteigen wollen, Geflüchtete, die nach ihren Deutschkursen eine Arbeit suchen, Menschen, die sich einen qualifizierten Arbeitsplatz wünschen und nicht länger als Hilfsarbeiter abgestempelt werden wollen: Viele Männer und Frauen im Städtedreieck Wuppertal, Solingen, Remscheid träumen von einer neuen Chance auf dem Arbeitsmarkt. Das Netzwerk Quallianz will sie unterstützen und ist im Zeichen der Weiterbildung im Einsatz. „In Zeiten, in denen das Stichwort Fachkräftemangel in aller Munde ist, wollen wir gemeinsam Angebote stricken, die gegenwirken“, sagt Michael Sengstmann, Schatzmeister bei der Quallianz.

16 regionale Träger aus den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Beratung und Beschäftigungsförderung haben sich dafür an einen Tisch gesetzt. Dabei ist der Name Programm: Qualität und Allianz sollen die Grundpfeiler des Vereins sein. „Ende der 1990er Jahre suchte das damalige Arbeitsamt einen Ansprechpartner auf Seiten der Bildungsträger“, erinnert Michael Sengstmann. Man hatte den Qualifizierungsbedarf erkannt und wollte mit einem neuen Netzwerk neue Impulse setzten. Damals entstand eine Arbeitsgemeinschaft, die sich rund fünf Jahre später mit dem Namen Quallianz in einen Verein verwandelte.

Das Ziel blieb das gleiche: Gemeinsam wollten Bildungszentren und Akademien in den drei Städten Menschen die Möglichkeit zur Weiterbildung und Qualifizierung öffnen und dem Fachkräftemangel so entgegenwirken. „Mit dem neuen Jahrtausend kam dann eine neue Ausschreibungspraxis ins Spiel“, erinnert der Vorstand. Damals begann die Arbeitsagentur, Aufträge im Bildungsbereich auszuschreiben. „Fremde Bildungsträger mit Dumpingpreisen schwemmten auf den Markt“, sagt Sengstmann. Viele dieser Angebote hätten sich nicht bewährt und der Verein und seine Mitglieder schrieben sich nun noch sichtbarer auf die Fahnen, für Qualität im Bereich der Weiterbildung zu stehen.

Im Fokus steht dabei nach wie vor die Kommunikation: Regelmäßige Treffen mit Arbeitsmarktakteuren wie den Kammern, den Jobcentern in den drei Städten und der Arbeitsagentur dienen dem Austausch. „Wir sprechen dann darüber, was der Arbeitsmarkt aktuell an Qualifizierung braucht“, erzählt der Quallianz-Vertreter. Mal sind es Jugendliche, die in den Fokus rücken, mal sind es Langzeitarbeitslose. Gemeinsam nehmen die Vereinsmitglieder dann gezielte Aktionen und Impulse in den Blick, platzieren Themen und Projekte. „Wir verstehen uns als eine Art Brücke zwischen den Bildungssuchenden, den Qualifizierungsträgern und dem Arbeitsmarkt“, erklärt Sengstmann.

Im Moment sind es vor allem drei Themen, die bei der Quallianz im Fokus stehen. „Nachdem 2015 viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, sind wir jetzt in der Phase, in der wir nach Qualifizierungsmöglichkeiten fragen, um Integration über Arbeit möglich zu machen“, berichtet der Fachmann. Die zweite große Herausforderung und Chance sei die Digitalisierung. So habe etwa in der Automobilbranche das Schaltpult den Blaumann und die Schwielen an den Händen abgelöst. Und damit hätten sich auch Qualifizierungsmaßnahmen verändert.

Das dritte große Thema der Quallianz sind Berufsrückkehrerinnen – vor allem alleinerziehende Mütter. „Zu Beginn unserer Netzwerkarbeit gab es technische Zeichnerinnen, die in den Beruf zurückkehrten und statt ihres Zeichentisches einen Rechner im Büro vorfanden“, sagt Sengstmann. Wenn Frauen für die Familie zehn Jahre aus dem Beruf aussteigen, bräuchten sie für den Wiedereinstieg gebündelte Unterstützung. Und die will die Quallianz möglich machen.

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