Die Zeiten von „Was Hänschen nicht lernt…“ gehören inzwischen längst der Geschichte an. Lebenslang zu lernen ist weit mehr als eine Floskel und der Markt dafür heute riesig. Dabei sind die Facetten und unterschiedlichen Qualitäten fast so zahlreich wie die Charaktere derjenigen, die sich in Seminaren, Coachings und Beratungen fort- und weiterbilden wollen. Die Wuppertaler Akademie „educate“ hat sich in diesem Feld eine besondere Aufgabe gesetzt.

Zwar bietet das von Marc Wiesemann gegründete Bildungsinstitut auch offene Schulungen beispielsweise in betriebswirtschaftlichen Themen, Softwareanwendung sowie Kommunikation/Deeskalation an, doch der Kern ihres Dienstleistungsangebots liegt tiefer. Im Firmenauftrag entwickeln sie individuell Mitarbeiter in ihren Fähigkeiten weiter und festigen sie dabei auch in ihrer Persönlichkeit. „Unsere Teams setzen sich zusammen aus fachlichen Dozenten, pädagogischen und psychologischen Experten“, erklärt Inga Plate, pädagogische Leitung bei educate.

Ein weiterer Zweig, der von educate bedient wird, ist die soziale Bildung in der Kinder- und Jugendarbeit. Hier wird vorwiegend mit Schulen und Kindertagesstätten zusammengearbeitet. Kernthemen sind Gewaltprävention und Selbstbewusstseinsschulung.

Auch soziale Interaktion spielt dabei eine große Rolle, die in der heutigen durch neue Medien geprägten Generation nicht mehr selbstverständlich ist und erst gelernt werden muss. „Die ständige Smartphone-Nutzung hat nicht nur körperliche Folgen wie den ,Handy-Nacken‘, sondern auch eine gravierende soziale Komponente“, erklärt Inga Plate aus ihrer langjährigen Erfahrung. Wesentlich ist bei den Bildungskomponenten für die Persönlichkeitsbildung beim Nachwuchs, dass in einem dreistufigen System Kinder beziehungsweise Jugendliche, deren Erziehungs- und Lehrkräfte sowie die Eltern in eigenen Programmen mit einbezogen werden. „Fehlt auch nur eine der drei Säulen, kann das gesamte Programm nicht mehr richtig funktionieren.“

Marc Wiesemann gründete educate 2008, um Menschen durch Bildung in ihren Fähigkeiten und Persönlichkeiten weiter zu entwickeln. Der Diplom-Ökonom war nach seinem Studium zunächst für verschiedene internationale Wirtschaftsprüfungsunternehmen tätig, ehe er mit der internen Fort- und Weiterbildung in einem der Konzerne betraut wurde. „Dabei habe ich gemerkt, wie gut es sich anfühlt, anderen Menschen etwas vermitteln zu dürfen“, sagt er rückblickend. „Und in mir hat sich immer mehr die Idee gefestigt, mich im Bildungsbereich selbstständig zu machen. Auch wenn educate in den zehn Jahren kontinuierlich wachsen konnte, gibt es keinen großen Mitarbeiterstamm. Verwaltungsaufgaben werden bei Bedarf durch Aushilfskräfte unterstützt, Dozenten nach Themengebieten eingekauft. So bleiben die Fixkosten gering und blähen das Budget für die einzelnen Projekte nicht künstlich auf.

Nov 5, 2018