nach der Ausbildung

Weiterbildung nach der Ausbildung

27. August 2018

Fachwirt, Meister oder Fachkraft, staatlich oder öffentlich geprüft: Wer sich nach der Ausbildung weiterbilden will, wird schnell von der Flut verschiedener Möglichkeiten erschlagen. Einen Weg durch das Dickicht zu suchen, lohnt sich aber – nicht nur finanziell.

Mit der Schule tun sich viele junge Leute schon schwer. Eine passende Ausbildung zu finden, ist oft nicht leicht. Abschlussprüfungen sind oft knifflig. Doch danach ist es endlich vorbei mit dem Büffeln, oder? Leider nein: „Lebenslanges Lernen“ lautet das Stichwort, auch und gerade bei Ausbildungsberufen. Doch lohnt sich das überhaupt? „Fort- und Weiterbildungen rentieren sich immer“, sagt Gabriele Braun, Bildungsberaterin bei der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe. Sie unterscheidet zwischen drei Bereichen: erstens Aufstiegsfortbildungen für höhere Qualifikationen und Positionen, zweitens fachliche Weiterbildungen zum Vertiefen bestimmter Wissensbereiche. Und drittens gibt es noch die Verbesserung persönlicher Fähigkeiten – Führungsqualitäten, Rhetorik, Computerwissen oder Fremdsprachenkenntnisse zum Beispiel.

Im Handwerk ist der Meister der wichtigste zweite Schritt nach der Gesellenprüfung. „Viele beginnen mit den Meistervorbereitungskursen direkt nach der Ausbildung“, erzählt Braun. Auf dem Weg zum Meister werden Ausbildungsinhalte vertieft und neue geschult, kaufmännisches Wissen und Führungsfähigkeiten zum Beispiel. Der Meister hat im Deutschen Qualifikationsrahmen das gleiche Niveau wie ein Bachelorabschluss an Hochschulen. In machen Handwerksberufen ist er auch Voraussetzung für eine Selbstständigkeit – bei Maurern, Dachdeckern oder Klempnern zum Beispiel.

Wer mindestens ein Jahr in seinem gelernten Ausbildungsberuf gearbeitet hat, kann auch eine Fachschule für Technik besuchen – beispielsweise in den Fachrichtungen Bautechnik, Elektrotechnik, Medizintechnik oder Textiltechnik. An einer staatlichen Schule erwirbt man mit dem Abschluss den Titel „Staatlich geprüfter Techniker“, an einer privaten den „Staatlich anerkannten Techniker“. Zwei Jahre dauert die Weiterbildung in Vollzeit, es gibt aber auch berufsbegleitende Angebote. Weniger zeitintensiv sind oft fachliche Weiterbildungen. Gabriele Braun nennt als Beispiel die Fachkraft für intelligente Gebäudetechnologie: „Das ist etwas, das nachgefragt wird.“ Vor allem in technischen Berufen sei es wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben.

„Aber eigentlich ist es unerheblich, welchen Beruf man gelernt hat. Es gibt immer Möglichkeiten, sich weiterzubilden.“

Ein Bäckereifachverkäufer etwa könne sich zum Verkaufsleiter weiterbilden oder eine Fortbildung im kaufmännischen Bereich absolvieren. „Fort- und Weiterbildungen zeigen Leistungsbereitschaft, Freude am Lernen und Zielstrebigkeit.“ Auch die Industrie- und Handelskammern bieten ein breites Spektrum an Weiterbildungen. Auf der ersten Stufe nach der Ausbildung gibt es etwa Servicetechniker und Fachberater. Danach folgen Fachwirte, Fachkaufleute, Geprüfte Aus- und Weiterbildungspädagogen, Operative IT-Professionals und ebenfalls der Meister.

Zum Fachwirt können sich Berufstätige in mehr als 40 Fachrichtungen weiterbilden lassen – darunter Immobilien, Tourismus, Marketing oder Energiewirtschaft. Voraussetzung ist ein Ausbildungsabschluss und ein Jahr Berufserfahrung. Wer zum Beispiel in der Buchhaltung oder im Personalwesen arbeitet, kann zudem Fachkaufmann oder Fachkauffrau werden. Dazu braucht es allerdings mehrere Jahre Berufserfahrung.

Auf derselben Stufe steht der Industriemeister – mit Fachrichtungen wie Elektrotechnik, Luftfahrttechnik, Mechatronik oder Lebensmittel. Daneben gibt es auch Fachmeister, die nicht mit der industriellen Produktion beschäftigt sind, in der Logistik oder der Veranstaltungstechnik zum Beispiel. Für eine geplante Selbstständigkeit ist ein Meister eine gute Grundlage, erklärt Knut Diekmann, Referent für Grundsatzfragen und Weiterbildungspolitik beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Ein Muss ist der Meisterbrief hier aber nicht.

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