Besonders zur Fußball Weltmeisterschaft werden viele Zuschauer gerne selbst zu „Trainern“ und schmeißen mit Fachbegriffen und möglichen Taktiken nur so um sich. Doch Fußballtrainer ist ein sehr anspruchsvoller Job, der nicht nur aus Siegen und Aufstiegen besteht.

„Ich werde einfach auch mal für drei Monate Trainer beim HSV, dann verdiene ich mehr als sonst in einem Jahr.“ Das ist leichter gesagt als getan, denn der Beruf des Fußballtrainers bringt viel Verantwortung und nicht zwangsläufig ein sattes Gehalt mit sich. Was das Trainer-Dasein wirklich ausmacht, sind Leidenschaft und Kreativität. Gerade diejenigen, die in kleineren Vereinen und unteren Ligen aktiv sind, müssen sich darum kümmern, dass die Sportler mit Begeisterung bei der Sache dabei sind. Wird eine Mannschaft mit Kindern oder Jugendlichen trainiert, geht es auch darum, Nachwuchstalente zu entdecken und weniger Begabte mitzureißen.

Ein guter Fußballtrainer muss sehen können, wenn es Probleme in der Mannschaft gibt. Gute Menschenkenntnis ist ebenfalls nötig, um ein als Einheit funktionierendes Team auf den Platz zu stellen. Die Mannschaft muss außerdem motiviert werden, weshalb ein psychologisches Grundverständnis eine der Hauptvoraussetzungen für den Trainerjob ist.

Wer all diese Fähigkeiten besitzt, kann jedoch nicht einfach anfangen, ein Fußballteam zu trainieren. Zuerst wird eine Lizenz benötigt. Die unterste Stufe ist die C-Lizenz, die den jeweiligen Landesverbänden unterliegt. Ein Mindestalter von 16 Jahren sowie die Teilnahme an einem neunstündigen Erste-Hilfe-Kurs werden vorausgesetzt. Die Lizenz wird erst nach einem Lehrgang, der 120 Einheiten umfasst, und einer abschließenden Prüfung vergeben. Auch für die B-Lizenz müssen 120 Lerneinheiten und eine Prüfung absolviert werden. Besitzer einer B-Lizenz dürfen im Männerfußball bis einschließlich fünfte Liga und im Frauenfußball bis zur zweiten Bundesliga trainieren.

Wenn die B-Lizenz mit einer Abschlusspunktzahl von mindestens zehn bestanden worden ist, kann man nach einjähriger Trainer-Tätigkeit mit 20 Einheiten an einem DFB-Stützpunkt die DFB-Elite-Jugend-Lizenz erwerben. 80 Lehreinheiten müssen insgesamt absolviert werden, eine Prüfung ist verpflichtend. Der Schwerpunkt liegt auf dem Jugendbereich.

Diejenigen, die davon träumen, in die Profiliga zu gelangen, brauchen die Lizenz zum Fußball-Lehrer. Voraussetzungen sind hier unter anderem, dass der Anwärter die A-Lizenz besitzt und mindestens für ein Jahr verantwortlicher Trainer im Amateurbereich oder alternativ Co-Trainer in der dritten Liga oder aufwärts gewesen ist. Für eine erfolgreiche Bewerbung muss zudem eine Berufsausbildung beziehungsweise ein abgeschlossenes Studium nachgewiesen werden. Ein aktuelles Gesundheitszeugnis sowie ein polizeiliches Führungszeugnis sind ebenfalls nötig, um die „Eintrittskarte“ in die Bundesliga zu erwerben.

Die Ausbildung zum Fußball-Lehrer dauert insgesamt zehn Monate. Neben den Bereichen Psychologie und Physiologie werden verschiedene, im Leistungsfußball relevante Spezialgebiete behandelt.
www.dfb.de/sportl-strukturen/trainerausbildung

Aug 22, 2018