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Keine Angst vor der Steuererklärung

27. August 2018

Wer eine Ausbildung anfängt, bekommt auch Kontakt mit dem Finanzamt. Gut, wenn man dann zumindest weiß, dass man eine Steuernummer hat. Und wer schlau ist, kann sich mit einer Steuererklärung später vielleicht sogar Geld vom Finanzamt zurückholen.

Wenn das erste selbstverdiente Geld auf dem Konto eingeht, sollten sich Auszubildende spätestens einen Überblick über das Thema Steuern verschaffen. Wichtig zu wissen: Jeder Steuerzahler hat eine eigene Nummer. Diese sogenannte Steueridentifikationsnummer ist eine elfstellige Zahl, die per Post vom Bundeszentralamt für Steuern zugeschickt wird. Sie gilt ein Leben lang. Azubis sollten sie vor Beginn ihrer Lehre dem Arbeitgeber mitteilen.

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Wie viel Steuern am Ende fällig werden, hängt von der Steuerklasse ab. Normalerweise sind Azubis, die erstmals eine Lehre absolvieren, aufgrund ihres Alters ledig und kinderlos. Sie gehören also in die Steuerklasse I. Wer als Azubi schon verheiratet ist und/oder Nachwuchs hat, erhält je nachdem die Steuerklasse II, IV oder V.

Neben Einkommensteuer fällt auch gegebenenfalls Kirchensteuer an, falls er sich zu einer Religion bekennt. Eine Steuererklärung müssen Azubis normalerweise nicht abgeben. Sie können das aber auf freiwilliger Basis tun. Eine Steuererklärung lohnt sich, wenn Lehrlinge ausbildungsbedingt hohe Ausgaben hatten – zum Beispiel für Fachliteratur, Arbeitskleidung oder Fahrten zur Berufsschule. „Es gibt aber Fälle, in denen die Abgabe einer Steuererklärung auch für Azubis gesetzlich vorgeschrieben ist“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler Deutschland. Das ist etwa der Fall, wenn Azubis Arbeitslohn von mehreren Arbeitgebern erhalten haben. Oder aber, der Lehrling ist verheiratet. „Eine Steuererklärung sollten all diejenigen einreichen, die vermögenswirksame Leistungen bekommen, um so die Arbeitnehmersparzulage zu erhalten“, rät Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine in Berlin.

Aufwendungen wie Fahrtkosten sind steuerlich gesehen Werbungskosten. „Weil sie dem Erwerb, der Sicherung oder auch der Erhaltung der Einnahmen dienen, dürfen diese Werbungskosten bei der Steuerberechnung vom Lohn oder Gehalt abgesetzt werden“, erläutert Peter Mönkediek vom Finanzministerium NRW in Düsseldorf.
Nach seinen Angaben zieht das Finanzamt von sich aus für Werbungskosten einen Pauschbetrag von 1000 Euro jährlich ab – egal, ob Aufwendungen in dieser Höhe angefallen sind oder nicht. Werbungskosten können etwa Auslagen für Reinigung der Berufskleidung oder für Fachliteratur sein.

Wer ein duales Studium absolviert, ist steuerlich ebenfalls klar im Vorteil: Dann können die Kosten für die Ausbildung als Werbungskosten mit dem Finanzamt abgerechnet werden, und zwar unbegrenzt. „Es kann ein Verlustvortrag für die späteren Jahre beantragt werden, in denen höhere Einkünfte zu erwarten sind und damit auch eine höhere Steuerersparnis“, erläutert Anja Hardenberg, Steuer-Redakteurin bei der Stiftung Warentest.

Belege müssen zunächst nicht der Steuererklärung beigefügt werden. Allerdings sollten die Nachweise – etwa über angefallene Studiengebühren, Ausgaben für Fachbücher oder Bewerbungskosten – gut aufbewahrt werden. Sie müssen dem Finanzamt gegebenenfalls auf Nachfrage präsentiert werden.

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