Covid

FAQ zu Prüfungen und Ausbildung während dem Coronavirus

23. April 2020

Während des anhaltenden Coronavirus tauchen viele Fragen auf, wie es in der Ausbildung und mit den Prüfungen weitergeht. Die Bergische IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid hat dazu ein FAQ zusammengestellt:

Für welche Azubis ist die Teilnahme am Berufsschulunterricht ab 23. April 2020 verpflichtend?

Die Teilnahme am Unterricht ab dem 23.04.2020 und den anderen damit im Zusammenhang stehenden schulischen Veranstaltungen ist verpflichtend für Schülerinnen und Schüler an Berufskollegs mit bevorstehenden Terminen für dezentrale Abschlussprüfungen, für den schriftlichen Teil von Berufsabschlussprüfungen der Kammern und zuständigen Stellen (vgl. SchulMail Nr. 14, IV. Ziffer 1).

Finden die IHK-Prüfungen statt?
Die Industrie- und Handelskammern (IHKs) sehen sich angesichts der aktuellen Lage gezwungen  die für den 28./29. April und 12./13. Mai geplanten schriftlichen bundeseinheitlichen Azubi-Abschlussprüfungen in den Sommer 2020 zu verschieben.
Bis einschließlich Mai finden auch keine IHK-Weiterbildungsprüfungen statt. Diese werden zwischen Juni und August nachgeholt.
Die IHK-Organisation begründet die Absage mit dem Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen sowie mit den Vorgaben in einzelnen Bundesländern. Insbesondere aufgrund dieser Vorschriften ist es faktisch unmöglich geworden, bundesweit einheitliche Prüfungen ordnungsgemäß abzuhalten.
IHK-Weiterbildungsprüfungen
Die regulär für Juni 2020 geplanten IHK-Weiterbildungsprüfungen finden zu diesen Terminen statt.
Ab dem 22. Juni 2020 starten die Nachholtermine für die nicht erfolgten März-Prüfungen sowie die verschobenen Weiterbildungsprüfungen, die für April und Mai anberaumt waren. Bis Ende August 2020 werden die ausgefallenen bzw. verschobenen Prüfungen nachgeholt sein. Über die genauen Termine in Kürze auf https://www.bergische.ihk.de/aus-weiterbildung/pruefungen/zusatzqualifikationen/artikel-uebersicht-wb-pruefungen-und-zusatzqualifikation-3443634  informiert.
Wann werden die schriftlichen IHK-Ausbildungsprüfungen nachgeholt?

Die schriftlichen IHK-Ausbildungsprüfungen werden nach jetzigem Stand in der Zeit vom 16. bis zum 19. Juni 2020 nachgeholt.

Die industriell-technischen Prüfungen sollen demnach am 16. und 17. Juni 2020 und die kaufmännischen am 18. und 19. Juni 2020 stattfinden.

Die verbindliche Einladung zur schriftlichen Prüfung wird ab der 21. Kalenderwoche, spätestens 3 Wochen vor dem Prüfungstermin zugehen.

Praktische Prüfungen sollen wie bisher vorgesehen in dem Zeitraum 4. Mai – 31. August 2020 stattfinden. Die Einladungen dazu werden seperat versandt.

Wann wird Teil 1 der Abschlussprüfungen nachgeholt?

Prüfungsteilnehmer, die im Frühjahr 2020 für die Abschlussprüfung Teil 1 angemeldet waren, können ihre Prüfung im Herbst 2020 nachholen.

Mechatroniker: 15. September 2020
Kaufleute für Büromanagement: 28./29. September 2020
industriell-technische Berufe: 22./23. September 2020

Sofern noch keine praktische Teil 1 Prüfung absolviert wurde,  können  die Unternehmen das bereits angeschaffte Material weiterverwenden.
Die verbindliche Einladung zur Prüfung geht spätestens 3 Wochen vor dem Prüfungstermin zu.

Sach- und Fachkundeprüfungen

Auch alle IHK- Unterrichtungen sowie die IHK Sach- und Fachkundeprüfungen (Verkehrsprüfungen sowie Unterrichtungen und Prüfungen aus dem Bereich des Gewerberechts) bleiben ebenfalls mindestens bis zum 24. April 2020 ausgesetzt.
Bei dringenden Engpässen, die beispielsweise systemrelevante Unternehmen betreffen, kann es im Einzelfall im Rahmen der landesrechtlichen Möglichkeiten Ausnahmen geben. Die Entscheidung trifft die zuständige IHK in engem Austausch mit den Unternehmen vor Ort. Ansprechpartner ist Christian Bruch, Tel.: 0202 2490-605, E-Mail: c.bruch@bergische.ihk.de

Um Engpässe im Güterverkehr zu vermeiden, ist die Gültigkeit der Schulungsnachweise für Berufskraftfahrer und im Gefahrgutbereich verlängert worden. So bleiben alle Bescheinigungen über die Fahrzeugführerschulung, deren Geltungsdauer zwischen dem 1. März 2020 und dem 1. November 2020 endet, bis zum 30. November 2020 gültig.  Auch die Schulungsbescheinigungen für Gefahrgutbeauftragte, deren Geltungsdauer zwischen dem 1. März 2020 und dem 1. November 2020 endet, bleiben bis zum 30. November 2020 gültig.

Welche Vorsichts- und Hygienemaßnahmen trifft die IHK?

Für die Prüfungen werden besondere Vorkehrungen getroffen, um die Gesundheit der Prüfungsteilnehmer, der Aufsichten sowie der Prüfer zu schützen.

Um den betroffenen Personen die Teilnahme an den Prüfungen zu ermöglichen und zugleich das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, gelten folgende Vorgaben:

  • Die Teilnehmerzahl wird in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten und der Zahl der benötigten Aufsichtspersonen begrenzt. Es wird zwischen den Prüflingen und zwischen diesen und Prüfende ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

  • Die Gestaltung der Räumlichkeit wird von der Tisch- und Sitzordnung, dem Zugang zum Raum (auch Treppenhäuser und sonstige Verkehrsflächen) und zum Sitzplatz, den Belüftungsmöglichkeiten und dem Zugang zu Toiletten und Waschgelegenheiten die Gewähr bieten, dass der vorgegebene Mindestabstand zwischen Prüflingen und Prüfern von 1,5 Metern zu jedem Zeitpunkt eingehalten werden kann. Die Hand-Kontaktflächen wie z.B. Tische werden regelmäßig gereinigt.

  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen sollten Rücksprache mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt nehmen, ob sie an der Prüfung teilnehmen können.

  • Eine Maskenpflicht ist nur dann erforderlich, wenn die gebotene Abstandswahrung nicht eingehalten werden kann oder diese verpflichtend geregelt wird.

  • Auf das Händeschütteln soll verzichtet werden. Die Hände sollten regelmäßig und gründlich mit Wasser und Seife über 20-30 Sekunden gewaschen werden.

  • Prüfungsteilnehmer werden vorab aufgefordert, den größtmöglichen Abstand zueinander zu wahren, die Hygienehinweise zu beachten und nicht mit Erkältungssymptomen an der Prüfung teilzunehmen.

  • Prüfungsteilnehmer mit erkennbaren Erkältungssymptomen werden durch die Aufsicht angesprochen. Je nach Stärke der Symptome legen diese die Prüfung in einem gesonderten Raum oder gar nicht ab. Im Zweifel stimmt sich die Aufsicht mit dem verantwortlichen Mitarbeiter der IHK ab.

Zum gegenseitigen Schutz bittet die Bergische IHK um Einhaltung der üblichen Hygienehinweise.

Hinweis für Prüfer: Bei praktischen/mündlichen Prüfungen ist der Prüfungsausschuss aus seiner Fürsorgepflicht heraus verpflichtet, Prüfungsteilnehmer von der Prüfung abzuhalten und nach Hause zu schicken, wenn sie erkennbar prüfungsunfähig sind und die Ablegung der Prüfung ein erkennbares Sicherheitsrisiko darstellen würde.

Was tue ich mit Blick auf die Prüfung, wenn ich am Coronavirus erkrankt bin bzw. der Verdacht einer Erkrankung besteht?

Wenn Sie zum Prüfungstermin am Coronavirus erkrankt sind, dürfen Sie nicht an der Prüfung teilnehmen. Dies stellt in der Regel einen Rücktritt mit wichtigem Grund dar. Wichtig ist, dass Sie unverzüglich der IHK die Nichtteilnahme mitteilen müssen (per E-Mail) und den wichtigen Grund (Erkrankung) durch Vorlage eines ärztlichen Attestes nachweisen müssen.

Das Gleiche gilt, wenn Sie wegen des Verdachts einer Erkrankung am Coronavirus unter Quarantäne gestellt werden. Auch in diesem Fall dürfen Sie nicht an der Prüfung teilnehmen, wenn die Prüfung in den Zeitraum der Quarantäne fällt. Auch das ist ein Rücktritt mit wichtigem Grund, den Sie bitte unverzüglich unter Beifügung geeigneter Nachweise (zum Beispiel Bescheinigung vom Gesundheitsamt) der IHK mitteilen (per E-Mail). In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht abgelegt.

Hinweis für Prüfer: Bei praktischen/mündlichen Prüfungen ist der Prüfungsausschuss aus seiner Fürsorgepflicht heraus verpflichtet, Prüfungsteilnehmer/-innen von der Prüfung abzuhalten und nach Hause zu schicken, wenn sie erkennbar prüfungsunfähig sind und die Ablegung der Prüfung ein erkennbares Sicherheitsrisiko darstellen würde.

Welche Folgen hat es, wenn ich an der Prüfung nicht teilnehmen kann?

Sollten Sie an der Prüfung aus wichtigem Grund nicht teilnehmen, können Sie zum nächstmöglichen Termin (in der Regel sechs Monate später) an der Prüfung teilnehmen. Der wichtige Grund ist unverzüglich mitzuteilen und nachzuweisen. Im Krankheitsfall ist die Vorlage eines ärztlichen Attestes erforderlich. In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht abgelegt.
Hinweis für Auszubildende: Als Auszubildender besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Verlängerung der Ausbildungszeit bis zum nächsten Prüfungstermin.

Was passiert, wenn das Berufskolleg geschlossen wird?

Sofern ein Berufskolleg nicht von den zuständigen Gesundheitsbehörden geschlossen wird, besteht grundsätzlich Schulpflicht nach § 43 Absatz 1 SchulG.

Ist ein Auszubildender durch Krankheit oder aus anderen nicht vorhersehbaren Gründen verhindert, die Schule zu besuchen, so benachrichtigt der Auszubildende oder Betrieb unverzüglich die Schule und teilt den Grund für das Schulversäumnis mit. Ausbildende und Auszubildende sollten die Entscheidung über die Nichtteilnahme am Unterricht zur Vermeidung einer Corona-Infektion nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt treffen.

Wird die Berufsschule geschlossen, muss der Auszubildende im Ausbildungsbetrieb erscheinen, sofern er nicht unter Quarantäne gestellt ist.

Zur Sicherung des Ausbildungserfolges sollten Berufskollegs Möglichkeiten im Rahmen der infrastrukturellen Voraussetzungen erörtern, wie Auszubildende gerade auch mit Blick auf anstehende Prüfungen unterstützt werden können. Ausbildungsbetriebe sollten über entsprechende gefundene Möglichkeiten informiert werden und prüfen, ob und wie sie den Auszubildenden im Rahmen der organisatorischen Möglichkeiten Gelegenheit zur Bearbeitung schulischer Aufgaben geben können.

Darf ein Auszubildender von der Ausbildung fernbleiben?
Grundsätzlich darf ein Auszubildender die Arbeit nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte. Im Einzelfall kann der Arbeitgeber bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Auszubildenden von der Arbeit freizustellen oder Teile der Ausbildung (zum Beispiel das Führen des Ausbildungsnachweises) zu Hause zu erlauben.
Kann für Auszubildende Kurzarbeit angeordnet werden?

Kann ein Unternehmen auch für seine Auszubildenden Kurzarbeit anordnen? Was muss bei der Ausbildungsvergütung und bei Kündigungen beachtet werden?
Grundsätzlich sind Auszubildende bei der Prüfung der Frage, ob Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, außen vor zu lassen. Dennoch ist auch die Ausbildung in der Regel von den Auswirkungen der Kurzarbeit betroffen. Die folgende Übersicht verdeutlicht die Handlungsspielräume und Optionen der betroffenen Betriebe.

Auszubildenden gegenüber kann in der Regel keine Kurzarbeit angeordnet werden. Der Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, alle Mittel auszuschöpfen, um die Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er zum Beispiel folgende Möglichkeiten:

  • Umstellung des Lehrplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte
  • Versetzung in eine andere Abteilung
  • Rückversetzung in die Lehrwerkstatt
  • Durchführung besonderer Ausbildungsveranstaltungen.

Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. Diese Option ist allerdings restriktiv zu handhaben.
Auszubildende sind nicht per se von dem Bezug von Kurzarbeitergeld ausgeschlossen, da sie grundsätzlich der Versicherungspflicht unterliegen. Allerdings ist die Unvermeidbarkeit des Arbeitsausfalls bei Auszubildenden stets näher zu prüfen. Da Ausbildungsverhältnisse als Vertragsverhältnisse besonderer Art einzustufen sind, werden den Betrieben in aller Regel besondere Maßnahmen zuzumuten sein, die Ausbildung auch während der Kurzarbeit fortzusetzen.

Auch bei Ausbildern sollte Kurzarbeit nur in Ausnahmefällen angeordnet werden, da das Unternehmen gewährleisten muss, dass der Ausbilder seiner Ausbildungspflicht gegenüber dem Auszubildenden nachkommt. Werden die Auszubildenden mangelhaft oder gar nicht ausgebildet, kann ein Schadensersatzanspruch gegenüber dem Ausbildungsbetrieb entstehen.

Ausbildungsvergütung und Kündigung
Sollte Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden, haben sie Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen.
Kurzarbeit an sich kann keine Kündigung der Auszubildenden durch den betroffenen Ausbildungsbetrieb rechtfertigen, es sei denn der Ausbildungsbetrieb kommt für längere Zeit vollständig zum Erliegen. Entfällt dadurch die Ausbildungseignung des Unternehmens, ist eine Kündigung der Auszubildenden möglich, ohne dass ein Schadensersatzanspruch entsteht. Die Ausbilder sind aber dazu verpflichtet, sich mit der zuständigen Agentur für Arbeit rechtzeitig um einen anderen Ausbildungsbetrieb für den Auszubildenden zu bemühen. 
Weiterbildungsprämie für Umschüler
Vielen Umschülerinnen und Umschülern steht nach der Teilnahme an einer Zwischenprüfung eine Weiterbildungsprämie in Höhe von 1000,- Euro zu.
Die aktuellen Zwischenprüfungen der IHKs (März/April 2020) entfallen bundesweit und gelten als abgelegt. Mit der Regionaldirektion der Agenturen für Arbeit wurde daher für Nordrhein-Westfalen folgende Regelung getroffen:
Es reicht aus, dass die Zwischenprüfung als abgelegt gilt. Um die Prämie zu erhalten, muss jedoch individuell nachgewiesen werden, dass man an der Zwischenprüfung teilgenommen hätte. Dafür reicht eine Bestätigung der IHK.
Die Bergische IHK  sendet allen bei ihr zur Zwischenprüfung im Frühjahr 2020 vorgesehenen Umschülerinnen und Umschülern eine entsprechende Bestätigung zu.
Info 18.03.2020: IHKs streichen Azubi-Zwischenprüfung für Frühjahr 2020 ersatzlos – für die knapp 90.000 betroffenen Prüflinge besteht keine Nachholpflicht
Die aktuell angesetzten Azubi-Zwischenprüfungen für das Frühjahr 2020 entfallen ersatzlos. Darauf haben sich die zuständigen IHK-Gremien verständigt. Die knapp 90.000 betroffenen Prüflinge müssen diese Zwischenprüfung nicht nachholen. Für die vor wenigen Tagen ebenfalls abgesagten Abschlussprüfungen hingegen werden neue Termine bekannt geben, sobald sich die Risikoeinschätzung rund um das Coronavirus wieder verbessert hat.
Die Zwischenprüfung soll den Auszubildenden wie auch den Ausbildenden in den Betrieben zur Mitte der Berufsausbildung in erster Linie eine Rückmeldung über den Leistungsstand geben. Anders als bei der Abschlussprüfung ergeben sich aus den Ergebnissen der Zwischenprüfung jedoch keine Folgen für das Bestehen des Berufsabschlusses. Sie fließt als Prüfungsleistung nicht in das Endergebnis der Abschlussnote ein.
Über Änderungen informieren wir zeitnah.  Bei einer kurzfristigen Absage der Prüfung informieren Sie dazu an dieser Stelle auf der Homepage und auf Facebook.

Ansprechpartnerin bei der IHK:

Dipl.-Hdl. Carmen Bartl-Zorn
Telefon: 0202 2490 800

Fax: 0202 2490 899 

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