Ausbildungssuche - Abflug in Ausbildung

Erfolgreiche Premiere der Ausbildungsberatung „to go“

27. August 2021

Der Rathaus-Vorplatz in Barmen wurde diese Woche (23.&24.08.) zur Anlaufstelle für junge Menschen, die Hilfe bei der Ausbildungssuche benötigen.

Auf dem Rathausvorplatz in Barmen kündigen große Plakate den „Abflug in Ausbildung“ an. An Wäscheleinen schaukeln ausgedruckte Stellenanzeigen im Wind. Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Florist*in, Zweiradmechaniker*in, Koch/Köchin – die Auswahl ist groß. Mitten in der Fußgängerzone empfangen Expert*innen von Agentur für Arbeit, Jobcenter, Bergischer IHK und Handwerkskammer Jugendliche, die eine Anschlussmöglichkeit nach dem Schulabschluss suchen.

So wie die Freundinnen Alexandra und Cejda. Beide gehen noch zur Schule, gucken sich aber schon für nächstes Jahr um. Immobilien- bzw. Industriekauffrau ist ihr Wunsch. Die Suche nach passenden Stellen finden Sie schwierig: „Wegen Corona gibt es weniger Ausbildungsplätze und viel mehr Bewerber. Vielen unserer Mitschülern fehlt deswegen die Motivation“, meint die 18-jährige Alexandra.

Gute Chancen auf dem Ausbildungsmarkt

Diese Einschätzung scheint sich bei vielen eingebrannt zu haben. „Viele Jugendliche suchen nach Sicherheit, indem sie lieber weiter zur Schule gehen, statt sich nach einer Ausbildung umzugucken“, erzählt Beate Auhagen von der Agentur für Arbeit. Tatsächlich sind aber noch über 1000 Ausbildungsstellen im Bergischen Städtedreieck unbesetzt. Es gibt einen Bewerbermangel. „Die Chancen dieses Jahr noch einen Ausbildungsplatz zu finden, stehen gut“, weiß Carmen Bartl-Zorn von der Bergischen IHK.

Besonders im Handwerk suchen Betriebe händeringend nach Nachwuchs. „Von A wie Anlagenmechaniker bis Z wie Zimmerer gibt es noch offene Stellen. Für viele Unternehmen ist das Zeugnis gar nicht mehr so wichtig. Wichtig ist vor allem, dass die Auszubildenen Spaß und Freude an der Arbeit mitbringen“, weiß Sascha Bomann von der Kreishandwerkerschaft Solingen-Wuppertal. Um Jugendliche und auch Eltern wieder mehr für eine betriebliche Ausbildung zu begeistern, müssten neue Formen der Bewerberansprache her, meint Bomann. Die „Beratung beim Einkaufen“ ist solch ein Testformat.

Neues Beratungsformat erfolgreich getestet

Über 50 Gespräche mit Jugendlichen und Eltern wurden an den beiden Beratungstagen geführt, schätzt Oliver Francke von der Regionalagentur Bergisches Städtedreieck. „Wir wollen mit der Aktion der allgemeinen Verunsicherung entgegenwirken. Wegen Corona hatten die Jugendlichen fast zwei Jahre lang kaum Möglichkeiten sich mit dem Thema Berufliche Orientierung zu beschäftigen“, so Francke. Vielen fehlt die Erfahrungen aus Praktika, Berufsfelderkundungen oder Azubi-Messen. Bei der Aktion „Beratung beim Einkaufen“ gehe es deshalb darum, ein leicht zugängliches Angebot zu schaffen, das einen Einstig in die Ausbildungsberatung bietet. Mit Erfolg: „Viele Jugendliche haben nach dem ersten Gespräch direkt einen Termin für weitere Beratungen vereinbart“, erzählt Andrea Dengel vom Jobcenter Wuppertal. Sogar Kontakte zu Unternehmen wurden im Anschluss schon hergestellt.

Organisiert wurde die „Beratung beim Einkaufen“ von den Partnern des Bergischen Ausbildungskonsens* im Rahmen der Initiative „Abflug in Ausbildung“, die unter der Schirmherrschaft der drei Oberbürgermeister des Bergischen Städtefreiecks steht. Das Beratungsformat wurde bereits in Remscheid und Solingen durchgeführt, wo ebenfalls zahlreiche Interessierte vorbeikamen. Eine Wiederholung der Aktion wird von den Organisator*Innen nicht ausgeschlossen.

Pressemitteilung vom 27.08.2021 der Wirtschaftsförderung Wuppertal

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