Tipps von Ausbildungsleiter Marco Hausmann von der Firma Gebrüder Becker.

Bewerbungen auf Papier und in einer schönen Mappe sind bei dem Wuppertaler Unternehmen Gebrüder Becker längst Vergangenheit. „Bei uns gibt es nur noch Online-Bewerbungen“, berichtet Marco Hausmann, der als Ausbildungsleiter in dem Unternehmen tätig ist. Die Firma Gebrüder Becker ist ein international führender Hersteller auf dem Gebiet der Drehschiebervakuumpumpen und Drehschieberverdichter mit mehreren Standorten weltweit.

„Wir schalten unsere Online-Bewerbungsplattform jeweils eine Woche vor Beginn der Schulferien frei, ab dann können sich junge Leute bei uns bewerben.“ Für das kommende Ausbildungsjahr, das im September beginnt, stehen die Azubis natürlich schon fest. Zehn junge Leute werden bei Becker ihre Ausbildung beginnen, und zwar in den Bereichen Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker und Mechatroniker sowie als Industriekaufmann, Fachinformatiker für Systemintegration und – seit diesem Jahr neu – als Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik (früher Lackierer).

„Neben der Mittleren Reife oder einem qualifizierten Hauptschulabschluss erwarten wir vor allem in den Mint-Fächern, also Mathe, Physik et cetera, schon ein bestimmtes Notenniveau“, berichtet Hausmann. „Eine Drei sollte da schon mindestens stehen.“ Wer das aber nicht mitbringt, braucht nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen: „Noten sagen auch nicht alles. Wir schauen auch auf andere Skills, also Fähigkeiten“, so der Ausbildungsleiter.

Wer etwa soziales Engagement vorweisen kann und hier vielleicht schon Verantwortung übernommen hat, könnte bei dem traditionsreichen Familienunternehmen durchaus Chancen haben. Hausmann: „Es muss ja neben den Noten auch menschlich passen. Eine Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr oder beim Technischen Hilfswerk spricht auf jeden Fall für einen Bewerber. Und natürlich auch Praktika oder die Teilnahme an entsprechenden Kursen, die zeigen, dass der Bewerber technisches Interesse an seinem künftigen Beruf und der Branche hat, vergrößern die Aussichten auf einen Ausbildungsplatz.“

Generell steht das Interesse an der künftigen Tätigkeit ganz oben auf der Wunschliste der Arbeitgeber in Bezug auf ihre Auszubildenden, so auch bei Gebrüder Becker: „Wer sich auf eine Lehrstelle bewirbt, sollte, wenn er denn zu uns zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird, schon seine Hausaufgaben gemacht haben.“ Heißt: Sich vorab über das Unternehmen und natürlich den angestrebten Beruf informiert zu haben.

Ansonsten empfiehlt Hausmann, „einfach höflich und natürlich sein und so auftreten, wie man wirklich ist. Und wenn man etwas mal nicht versteht, ruhig nachfragen.“ Denn das Vorstellungsgespräch bei Gebrüder Becker sei ja keine Checkliste, die abgearbeitet werde, sondern „ein offener Dialog“. Was hingegen auf jeden Fall nicht gut ankommt, ist Unpünktlichkeit. „Also zehn Minuten vorher da sein, damit das Vorstellungsgespräch pünktlich losgehen kann.“

Grundsätzlich, so der Rat des Ausbildungsleiters, sollten sich angehende Azubis „breit aufstellen“, sich nicht zu früh auf einen Beruf festlegen. Und sich vor allem eins fragen, bevor sie sich bewerben: „Wo sind meine Stärken und wo kann ich diese einbringen?“

Aug 27, 2018