Frau schaut verzweifelt in die Kamera und hält zwei Kleiderbügel mit Kleidern in der Hand. Sie weiß nicht was sie zum Vorstellungsgespräch anzeihen soll.

Dresscode: Kleider machen Leute

In Flipflops zum Vorstellungsgespräch? Wenn Du Dich nicht gerade als Surflehrer bewirbst, ist das keine gute Idee. Vorgekommen ist es jedoch durchaus – auch bei Bewerbern in der Versicherungsbranche oder im Bankwesen. Damit bei Deinem Vorstellungsgespräch alles glatt läuft, gibt es hier ein paar Tipps für den passenden Dresscode.

Tipp 1: Auf die Branche achten. Der richtige Dresscode im Vorstellungsgespräch bedeutet nicht, dass Du dem Personaler gegelt und geschniegelt mit Anzug und Krawatte gegenübersitzen musst. Welche Kleidung sich für ein Vorstellungsgespräch eignet, hängt auch von der Branche ab. In konservativen Bereichen wie dem Bankwesen oder der Versicherungsbranche ist der klassische Anzug oder – für Damen – das elegante Kostüm sicher die beste Wahl. Willst Du jedoch einen kreativen Job ergreifen, etwa in der IT oder bei Werbeagenturen, darf es etwas legerer sein. Eine dunkle Jeans mit passendem Hemd geht in diesen Branchen immer. Als Frau kannst Du die Jeans mit einer flotten Bluse kombinieren. Diese darf einen ausgefallenen Schnitt haben, zu laut und grell sollten die Muster jedoch nicht sein – das gilt auch für die Herren der Schöpfung.

Tipp 2: Mäuschen spielen. Es kann nicht schaden, wenn Du Dich vorher erkundigst, wie die Mitarbeiter des Unternehmens, in dem Du Dich bewirbst, gekleidet sind. Vielleicht kennst Du jemanden, der dort arbeitet. Ansonsten kann es helfen, sich auf der Unternehmenshomepage umzuschauen. Denn viele Firmen stellen im Internet zumindest ihre führenden Mitarbeiter vor. Sind die Kollegen dort in Anzug und Krawatte fotografiert oder in Jeans und T-Shirt? Das gibt Aufschluss über die Unternehmensphilosophie. Daran kannst Du Dich bei der Wahl der Kleidung fürs Vorstellungsgespräch orientieren. Vor allem signalisierst Du durch das gewählte Outfit schon, dass Du gut zum Unternehmen passt. Wenn Du Dir trotzdem unsicher bist, hilft die alte Regel „Lieber zu klassisch, als zu leger“. Aber: klassisch bedeutet business-klassisch. Also Businessanzug, nicht Smoking. Und Businesskostüm, nicht Cocktail- oder Abendkleid (was durchaus schon vorgekommen sein soll und keine Option ist, wenn man nicht Garderobiere beim Theater werden will).

Tipp 3: Die Passform. Du weißt jetzt, dass Du beim Vorstellungsgespräch einen Anzug oder ein Kostüm tragen solltest. Jetzt bitte nicht das nächstbeste vermeintlich passende Teil aus dem Kleiderschrank greifen. Der Anzug von der Konfirmation ist noch gut? Das mag sein, bedeutet aber nicht, dass er auch gut genug fürs Vorstellungsgespräch ist. Denn zum Dresscode gehört auch die Passform. Falls Du seit der Konfirmation nicht viel gewachsen bist und der Anzug immer noch 1a passt, spricht nichts dagegen, ihn zu nehmen. Im anderen Fall sollte man darauf verzichten, Personalchefs die eigenen Handgelenke und Knöchel zu präsentieren, weil der Anzug zu kurz ist. Wenn Du Dich als Frau für ein Kleid entscheidest, gibt es ebenfalls ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Auch wenn Du eine tolle Figur hast und diese gern zeigst: für Vorstellungsgespräche sollte ein Kleid mindestens knielang sein, im Idealfall ein Handbreit mehr. Ärmellose Kleider sind ein No-Go. Fällt das Vorstellungsgespräch auf einen heißen Sommertag kannst Du ein leichtes Tuch oder Jäckchen mitnehmen, das Du Dir für die Zeit des Gesprächs über die Schultern legst. Ein zu knappes Kleid ohne Arme wirkt laut Dresscode zu freizügig – das gilt übrigens auch für einen zu tiefen Ausschnitt.

Tipp 4: Der Dresscode endet nicht bei der Kleidung. Du hast Dich für ein passendes Outfit entschieden? Prima. Doch damit ist das Thema Optik beim Vorstellungsgespräch noch nicht beendet. Denn der Dresscode endet nicht bei der Oberbekleidung. Es gilt, auch die passenden Schuhe zu finden. Turnschuhe (aber bitte nur edle Modelle, nicht die abgelaufenen Sneaker vom Bolzplatz) sind in kreativen Branchen akzeptabel. Ansonsten bieten sich schlichte Lederschuhe an. Diese sollten gedeckte Farben haben und geputzt sein. Wenn Du an einem regnerischen Tag zum Vorstellungsgespräch musst, kannst Du einzeln abgepackte Schuhputztücher mitnehmen, mit denen Du vor Ort die Schuhe noch einmal auf Hochglanz bringen kannst. Als Frau darfst Du Dich durchaus für Pumps entscheiden, High Heels sollten aber zu Hause im Schrank bleiben. Eine gepflegte Frisur versteht sich von selbst. Die geflochtenen Rasterzöpfe aus dem letzten Sommerurlaub gehören nicht dazu – auch wenn sie gepflegt und ordentlich aussehen (und ja – auch das ist schon vorgekommen). Einzige Ausnahme: Du trägst diese Frisur dauerhaft.

Tipp 5: Was für weibliche Bewerberinnen wichtig ist. Knallroter Lippenstift, Smokey Eyes – Du hast Dir mit dem Make-up für das Vorstellungsgespräch richtig Mühe gegeben. Nur leider sehen die genannten Looks eher nach Clubbesuch denn nach seriösem Termin aus. Für das Vorstellungsgespräch solltest Du das Make-up schlicht halten. Nutze die Foundation, um kleine Makel zu kaschieren und die Vorzüge Deines Gesichts zu betonen. Braune Wimperntusche wirkt natürlicher als schwarze. Lidschatten sollte Nudetöne haben, der Lippenstift ein zartes, natürliches Rosé. Zurückhaltung ist auch in Sachen Schmuck angesagt. Große Kreolen, eine auffällige Halskette, womöglich noch Armbänder und mehrere Ringe – das mag Dein Stil sein, wirkt für das Vorstellungsgespräch aber definitiv zu überladen. Der Dresscode sieht auch hier vor: Weniger ist mehr. Du solltest nicht mehr als ein oder zwei dezente Schmuckstücke tragen, die auf das restliche Outfit abgestimmt sind.

Von Julia Klinkusch

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