SPD fordert Ausbildungsplatzgarantie für alle Jugendlichen

SPD fordert Ausbildungsplatzgarantie für alle Jugendlichen

14. Dezember 2021

Wie kriegt man möglichst alle jungen Leute zu einem Schulabschluss und anschließend in Ausbildung und Arbeit? Sollten die Unternehmen in einen Ausbildungstopf einzahlen? Die Vorschläge der SPD-Opposition finden eine geteiltes Echo. Die SPD fordert von der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen noch in dieser Wahlperiode ein Konzept für eine landesweite Ausbildungsplatzgarantie für alle Jugendlichen vorzulegen.

In Deutschland würden derzeit 1,2 Millionen Arbeitskräfte gesucht, davon zwei Drittel Fachkräfte, begründete der Vizevorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, André Stinka, am Montag in Düsseldorf den Vorstoß. Gleichzeitig sei die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit von 2019 auf 2021 um rund 11 Prozent gesunken und die Zahl der Bewerber sogar um rund 16 Prozent. Zudem werde jeder vierte neu abgeschlossene Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst und fast jeder dritte Bachelor-Student in Deutschland beende vorzeitig seine akademische Ausbildung.

Die SPD spricht sich für eine umlagefinanzierte Ausbildungsplatzgarantie für alle Jugendlichen aus und fordert, allen jungen Leuten einen Zugang zu einer qualifizierten Ausbildung zu ermöglichen und so den Fachkräftebedarf zu sichern. Bei Umlage-Modellen müssen Betriebe in einen Ausbildungsfonds einzahlen. Eine Ausbildungsumlage gehe an den tatsächlichen Problemen völlig vorbei und würde bloß zusätzliche Bürokratie produzieren, hielten die Unternehmensverbände NRW dagegen. „Die größte Herausforderung ist, dass immer mehr Betriebe keine Bewerber finden“, stellte die Geschäftsführerin der Landesvereinigung, Tanja Nackmayr, fest. „Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze hat 2021 mit über 11.000 einen Negativrekord erreicht.“

Im Zehn-Jahres-Vergleich hätten die Unternehmen in NRW 2021 sogar sechs Prozent mehr Ausbildungsplätze angeboten. Der Schlüssel für Ausbildungsperspektiven liege nicht in Garantien und Umlagen, sondern darin, schon in den Schulen stärkere berufliche Orientierung zu bieten und die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss zu vermindern, betonten die Unternehmerverbände. Unterstützung, etwa durch Azubi-Wohnheime, wäre hilfreich.

Auch die SPD formulierte in einem Antrag an den Düsseldorfer Landtag Forderungen, die neben geförderten Azubi-Wohnheimen und kostenlosen Meisterschulen in allen Bereichen unter anderem „die Beseitigung von offenen oder versteckten Ausbildungskosten“ umfassen. Ebenso wie die Unternehmer sieht die SPD die Notwendigkeit, mehr Mittel einzusetzen, um die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss zu reduzieren.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) unterstützt die Vorschläge der SPD. „Wir brauchen auch ein Angebot für die Jugendlichen, die am Ausbildungsmarkt nicht unterkommen“, unterstrich der Bildungsexperte des DGB NRW Norbert Wichmann. „Zu viele junge Menschen bleiben dauerhaft ohne jede berufliche Qualifikation.“ In NRW sei das fast jeder Fünfte. Eine Umlagefinanzierung schaffe einen Ausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben. Das Bürokratie-Argument der Unternehmer steche nicht. „Schließlich funktioniert die Ausbildungsumlage in einigen Branchen schon jetzt reibungslos.“

Die ganze Pressemitteilung findest Du hier.

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