Der Fachkräftemangel in pflegerischen Berufen ist längst in der Politik angekommen, die händeringend nach Konzepten und Lösungen sucht für eine Branche, die unbestritten als zukunftssicher gilt – zumindest was die zu erwartende anfallende Arbeit angeht. Demografischer Wandel ist nicht wegzureden in der Gesellschaft und trotz längerer Agilität wird es Pflegebedürftige immer geben und ihre Zahl zunehmen.

Die Akademie für Gesundheitsberufe gGmbH (AfG) in Wuppertal hat sich auf die Ausbildung von Menschen spezialisiert, die in Pflegeberufen und in der Physio- und Ergotherapie arbeiten möchten. „Wir bieten in Wuppertal die größte Bandbreite unterschiedlicher Berufszweige“, sagt Akademie-Geschäftsführer André Meiser. „Dazu gehören die dreijährigen Ausbildungsberufe Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten sowie die einjährige Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz.“ Darüber hinaus wird alle zwei Jahre eine Weiterbildung zum Praxisanleiter in der Gesundheits- und Krankenpflege angeboten. Seit dem 1. Juni neu im Programm sind Anpassungslehrgänge für ausländische Pflegekräfte, die in Deutschland arbeiten wollen. „Wir sind im Moment die einzige Pflegeschule im Bergischen Land, die diese Nachqualifizierung anbietet.“

Betroffene müssen zunächst ihre erworbenen Abschlüsse und Zertifikate bei der Bezirksregierung Düsseldorf, die in diesem Bereich für ganz Nordrhein-Westfalen zuständig ist, prüfen lassen. Sie erhalten dann einen Bescheid, welche Bereiche sie nachschulen lassen müssen und suchen sich selbstständig eine passende Schule aus. Anders herum suchen aber auch die mit der AfG kooperierenden Krankenhäuser gezielt ausländische Pflegekräfte und lassen diese dann in der Akademie qualifizieren. Der erste Kurs wurde bereits erfolgreich durchgeführt, ein zweiter wird im Herbst starten.

Die Trennung der Ausbildungen für Gesundheits- und Krankenpflege sowie Altenpflege wird 2020 aufgehoben und in einen Ausbildungsgang vereinheitlicht. Das sorgt bei allen Pflegeschulen und Akademien schon jetzt für reichlich Arbeit. „Wir müssen neue Curricula erstellen und Rahmenbedingungen intern anpassen“, sagt Birgit Uerpmann, Pädagogische Leiterin und Fachbereichsleiterin Physiotherapie an der Akademie. „Daran arbeitet zurzeit vor allem Michael Berchtold als Fachbereichsleiter Pflege mit seinem Team.“ Unterstützung bekommen sie dabei von der Luise-von-Marillac-Schule aus Köln, der zweiten Ausbildungseinrichtung im Verbund der Stiftung der Cellitinnen zu hl. Maria.

Eine Besonderheit, mit der die AfG der Politik bereits vorausgeeilt ist, ist die schulgeldfreie Ausbildung von Ergotherapeuten und Physiotherapeuten. Diese musste bisher selbst gezahlt werden, was auch hier zu einem erheblichen Nachwuchsmangel geführt hatte. „Wir freuen uns, dass wir seit Anfang des Jahres kein Schulgeld mehr nehmen müssen“, sagt Uerpmann. Wie im Bereich der Altenpflege starten hier jährlich neue Kurse, die jeweils im Herbst beginnen. Nur die Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung startet zweimal im Jahr.

Die Akademie für Gesundheitsberufe kooperiert durch gute Vernetzung in der Gesundheitswirtschaft mit zahlreichen Häusern in der Region. Das Petrus-Krankenhaus, das Krankenhaus St. Josef und die St.-Anna-Klinik in Wuppertal gehören ebenso zum Kooperationsnetz wie das Helios Klinikum Niederberg, die Senioreneinrichtungen der Stadt und des Caritasverbands Wuppertal/Solingen sowie andere Pflegeheime und ambulante Pflegedienste.

Okt 15, 2018