Dimitrios Tzortzis (20) macht eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker: Interview

Ausbildung im Wunschberuf: Interview mit dem Auszubildenden Dimitrios

7. Januar 2021

Dimitrios Tzortzis (20) macht eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik bei der K.A. Schmersal GmbH & Co. KG. Mit azubistartpunkt hat er über seine Berufswahl gesprochen.

Das Gespräch führte Julia Klinkusch

Herr Tzortzis, wie hat es sich ergeben, dass Sie sich für einen doch recht speziellen Beruf entschieden haben?

Dimitrios Tzortzis: Ich hatte schon auf der Gesamtschule – an der ich meinen Realschulabschluss gemacht habe – das Fach Technik, das mir viel Spaß gemacht hat. Auch mein damaliger Lehrer hat gesagt, dass ich unbedingt etwas mit Technik machen sollte, weil es mir sehr liegt. Ich bin dann nach der Schule zum Berufskolleg Werther Brücke gegangen und habe dort meine Fachhochschulreife und parallel dazu eine Ausbildung zum maschinenbautechnischen Assistenten gemacht. Maschinenbau hat mich schon immer interessiert. Am Berufskolleg habe ich drei Jahre mit Metall gearbeitet und hatte dann das Metall erst einmal satt. In der Ausbildung wollte ich mich mit anderen Werkstoffen befassen.

War das Fachabitur Voraussetzung für Ihren Beruf?

Tzortzis: Ich glaube, ich hätte es nicht gebraucht. Ich wollte jedoch einen höheren Abschluss haben. Bildung schadet nicht, finde ich.

Können Sie kurz erläutern, welche Aufgaben zum Beruf des Verfahrensmechanikers für Kunststoff- und Kautschuktechnik gehören?

Tzortzis: Der Beruf ist sehr vielfältig. Als Verfahrensmechaniker habe ich viele Aufgaben. Dazu gehört, die Produktion vorzubereiten, also die Maschinen einzurichten. Ich muss die Spritzgusswerkzeuge auswechseln, die der Herstellung aller Kunststoffteile unserer Produkte dienen. In der Ausbildungswerkstatt lerne ich die mechanische Werkstoffbearbeitung, zusätzlich das Drehen und Fräsen. Aber auch die Qualitätsprüfung gehört dazu. Außerdem die Instandhaltung und Wartung der Maschinen und Werkzeuge. Es gibt immer neue Sachen zu erledigen. In diesem Beruf hat man viele Aufgaben, die sehr abwechslungsreich sind. Das war mit einer der Gründe, warum ich mich dafür entschieden habe.

Wie ist der Start in die Ausbildung gelaufen?

Tzortzis: Ich bin jetzt im ersten Ausbildungsjahr und habe zum 1. August angefangen. Aktuell absolviere ich noch die Grundausbildung in der Ausbildungswerkstatt, die bis Januar dauert. Danach wechsle ich in die Kunststoffspritzerei. Zurzeit arbeite ich im Bereich der manuellen Werkstoffbearbeitung – wieder mit Metall, aber das gehört natürlich dazu.

War es schwierig, eine Ausbildungsstelle in Ihrem Wunschberuf zu bekommen?

Tzortzis: Ich habe sieben Bewerbungen geschrieben und hatte fünf Zusagen. Ich hatte es mir wirklich schlimmer vorgestellt, weiß aber auch, dass das nicht die Regel ist. Zumal der Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik nicht so oft gesucht wird. Schmersal beispielsweise stellt nicht jedes Jahr einen Auszubildenden für diesen Beruf ein. Anders als etwa bei Mechatronikern/Elektronikern, die deutlich häufiger gebraucht werden. Es hat einfach gepasst. Außerdem hatte ich Glück, dass ich in Wuppertal bleiben konnte, was ebenfalls ein Wunsch von mir war.

Was ist das für ein Gefühl, wenn man als Auszubildender am ersten Tag in den Betrieb geht?

Tzortzis: Den Ausbildungsstart hat Schmersal super gelöst. Wir haben eine Ausbildungsfahrt gemacht und waren mit den älteren Auszubildenden beim Camping. Dadurch wurden wir nicht so ins kalte Wasser geworfen, außer bei der Kajaktour auf der Bevertalsperre in Hückeswagen. Somit konnten wir entspannt einige Kollegen aus dem Unternehmen kennenlernen.

Wie lange dauert Ihre Ausbildung?

Tzortzis: Meine Ausbildung ist auf drei Jahre angelegt.

Wie sehen Ihre weiteren Zukunftswünsche aus?

Tzortzis: Nach der Ausbildung würde ich gern auch noch meinen Techniker machen. Allerdings den Maschinenbautechniker, nicht den Techniker Verfahrenstechnik. Ich persönlich finde, dass ich mich mit dem Techniker für Verfahrenstechnik zu sehr einschränke. Der Maschinenbautechniker eröffnet mir weitere Perspektiven und ich möchte mich so breit wie möglich aufstellen. Eventuell mache ich auch noch meinen Meister, das ist auf jeden Fall eine Option. Dabei besteht die Möglichkeit, diesen in zwei Jahren Vollzeit zu absolvieren oder in vier Jahren Teilzeit, parallel zur Arbeit. Ob und auf welche Weise ich das mache, weiß ich noch nicht. Aber es schadet ja nicht, rechtzeitig über diese Option nachzudenken.

Vielen Dank für das Gespräch.

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