Wenn Bildung auf Respekt und Fairness beruht

12. November 2018

Von einem negativen Bild der Jugend hält Tino Bachmann gar nichts. Denn der Ausbildungsleiter bei Vorwerk hat ganz andere Erfahrungen gemacht: „Wir begegnen hier engagierten jungen Menschen“, sagt er, „die motiviert an ihre Arbeit gehen und viel aus sich rausholen.“ Jedes Jahr stellt Vorwerk 16 neue Auszubildende ein. Und längst hat der Ausbildungsleiter bemerkt: „Es ist nicht nur entscheidend, mit welchen Qualifikationen die Jugendlichen hier ankommen, sondern welche Förderung sie hier erfahren“, sagt Bachmann. Und deswegen legt sich Vorwerk für seine Auszubildenden in den acht Berufszweigen richtig ins Zeug – und investiert.

Während die Auszubildenden in den kaufmännischen Berufen nach der Einführungswoche mit ihrer ersten Station beginnen, intensiven Englischunterricht aufnehmen und Schritt für Schritt die verschiedenen Abteilungen des Konzerns kennenlernen, beginnt für die Azubis der gewerblichen Berufe ihr Einsatz in der Ausbildungswerkstatt. „Wir bilden in hochmodernen Technologien aus“, erklärt Bachmann, „und das spiegelt auch der Maschinenpark im Ausbildungsbereich wider.“ Unterschiedliche Labore, modernste CNC-Technik: Die Ausbildungswerkstatt wirkt auf den ersten Blick wie eine kleine Firma in der Firma. Viel Wert würden die Ausbilder darauf legen, früh mit wertschöpfenden Tätigkeiten zu beginnen. Und das bedeutet konkret: Haben die jungen Leute erste Erfahrungen an den Maschinen gesammelt, beginnen sie selbst zu produzieren. „Die Nähe zum normalen Produktionsprozess ist uns sehr wichtig“, betont Bachmann.

Und doch: Moderne Technik und hohe Investitionen in die Ausbildung sind nicht alles. „Der Erfolg unserer Ausbildung liegt darin begründet, dass wir im täglichen Umgang miteinander unsere Unternehmensgrundsätze tatsächlich leben“, sagt der Ausbildungsleiter. Vertrauen, Ehrlichkeit, Respekt und Fairness seien die Pfeiler der Zusammenarbeit. Und er hat die Erfahrung gemacht: Wer die Jugendlichen auf diese Weise behandelt, bereit ist, sie zu motivieren, ihnen diese Werte auch vorzuleben und Grenzen zu setzen, erfahre schnell, wie viel Einsatzfreude in den Auszubildenden stecke.

Der Erfolg scheint Vorwerk Recht zu geben: „Hinter uns liegt das erfolgreichste Ausbildungsjahr“, sagt Bachmann. Seit 1939 bildet das Unternehmen, das sich weltweit einen Namen mit Haushaltsgeräten, insbesondere dem Thermomix und Staubsaugern, aber auch mit Kosmetika, Teppichen und Bodenbelägen gemacht hat, junge Menschen zu Fachkräften aus. In diesem Jahr stellt das Wuppertaler Unternehmen die beiden Landesbesten im Bereich Elektronik und die Noten der Azubis im gewerblichen Bereich seien besser als je zuvor gewesen.

Auch für das neue Ausbildungsjahr, das am 1. September begonnen hat, konnte Vorwerk alle Stellen besetzen. 550 Bewerbungen für 16 Plätze erhielt das Unternehmen früher. Inzwischen können sich Schüler nur noch im Internet bewerben und dort wird das Portal in dem Moment geschlossen, in dem die Stellen vergeben sind. Vergleichswerte für die Bewerberzahlen gibt es also nicht. Aber: Auch bei Vorwerk gibt es Ausbildungsberufe, die nicht stark genug nachgefragt würden, weil sie häufig unbekannt seien. Dazu gehört etwa der Beruf des Verfahrensmechanikers. Währenddessen gehen jedes Jahr viele Bewerbungen für Ausbildungen zum Industriekaufmann und Industriemechaniker ein. „Wir kommen dann mit den Bewerbern ins Gespräch und stellen ihnen auch weniger bekannte Berufsbilder vor“, erklärt Bachmann. Und manch einer orientiert sich neu. Unbesetzt blieben Azubi-Stellen deswegen bisher nicht.

Aber der Wettlauf um Auszubildende macht auch vor den Türen von Vorwerk nicht Halt: „Alle sind in Bewegung“, sagt Bachmann, „wir sind viel an Schulen unterwegs, laden Schüler zu ins Haus ein und präsentieren uns bei Ausbildungsbörsen.“ Die wirkungsvollste Werbung allerdings werde durch Mund-zu-Mund-Propaganda der aktuellen Azubis gemacht. Und wer erstmal eine Stelle bei Vorwerk hat und sich gut einbringt, kann auch davon ausgehen, übernommen zu werden.

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